05. 01. 2018

Invasiv-Liste: 2018 keine Neuzugänge

Die EU-Liste der invasiven Arten soll in diesem Jahr nicht weiter wachsen. Das haben die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gestern beschlossen.

Statt neue Arten auf die Liste zu setzen, wollen sich die Verantwortlichen 2018 zunächst auf den Umgang mit den bereits gelisteten invasiven Arten sowie die Umsetzung der entsprechenden Verordnung konzentrieren – was der Zentralverband Gartenbau (ZVG) ausdrücklich gutheißt.

ZVG: Arten zu schnell und intransparent auf EU-Liste gesetzt

„Zu schnell und zu intransparent waren in den letzten Jahren Arten auf die Liste gesetzt worden, entgegen aller Warnungen auch aus der Gartenbau-Branche. Dies hat das Beispiel Pennisetum setaceum eindrücklich gezeigt. Dass nun gemeinsam mit den Akteuren aus den betroffenen Wirtschaftszweigen an der Umsetzung der Verordnung gearbeitet werden soll, ist ein wichtiger Schritt“, sagt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer.

Nichtsdestotrotz will das wissenschaftliche Forum in diesem Jahr weiter an Risikobewertungen zu neuen Arten arbeiten. Regelungen zur Festlegung EU-weiter Kriterien für diese Bewertungen werden derzeit erarbeitet. Entsprechend soll der Ausschuss der Mitgliedsländer laut Beschluss der EU-Kommission erst im kommenden Jahr über eventuelle Neuzugänge für die EU-Liste invasiver Arten entscheiden.

Vorteile und Nachteile gleichwertig gegeneinander abwerten

Wie der ZVG betont, sollten die Risikobewertungen nicht nur „die potenziellen Auswirkungen einer Art auf eine biogeografische Region“, sondern darüber hinaus „auch die Auswirkungen auf das gesamte Gebiet der Union in Relation betrachten. Dies bedeutet, dass ab einer bestimmten Flächenunterschreitung keine unionsweite Listung vorgenommen werden kann.“

Außerdem ist dem Branchenverband wichtig, dass bei der Risikobewertung die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile von Arten gleichwertig gegen mögliche Nachteile abgewogen werden. Dies hatte der bisherige Entwurf nicht berücksichtigt, wie der ZVG bereits im vergangenen Jahr in einer Stellungnahme gegenüber der EU-Kommission kritisiert hatte.

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