28. 03. 2018

GV bietet Xylella-Versicherung an

Gärtner können sich jetzt gegen finanzielle Schäden durch Xylella versichern. Foto: Gartenbau-Versicherung / Ellen Liebner

Die Schweiz hat es vorgemacht, jetzt können sich auch Deutschlands Gärtner gegen Quarantäneschädlinge wie das gefürchtete Feuerbakterium Xylella fastidiosa versichern. Angeboten wird der Versicherungsschutz von der Gartenbau-Versicherung (GV) – sowohl für Produktions- als auch Endverkaufsbetriebe.

Wer die Xylella-Versicherung abschließen kann

Den Schutz gegen Ertragsschäden, die durch das Auftreten von Xylella, dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) oder dem Zitrusbockkäfer (CLB) beziehungsweise den daraus folgenden behördlichen Quarantäneverfügungen entstehen, will die Gartenbau-Versicherung folgenden Zielgruppen anbieten:

  • Betriebe mit Gewächshauskulturen, die eine sogenannte Verderbschadenversicherung (TV-Verderb) als Bestandteil der Police Hortisecur G abgeschlossen haben.
  • Betriebe mit Freilandproduktion, die eine Mehrgefahren-Versicherung innerhalb von Hortisecur F besitzen.
  • Gartencenter und Endverkaufsbetriebe, die eine Feuerbetriebsunterbrechungs-Versicherung haben.

Für Produktionsbetriebe – sowohl mit Gewächshauskulturen als auch mit Freilandproduktion – deckt die neue Versicherung unter anderem Einbußen an offensichtlich gesunden Pflanzen ab, die aufgrund eines Verbringungsverbots aus einer Befalls- oder Pufferzone entstehen.

Schutz vor Wertschöpfungsverlust

Ebenfalls abgedeckt ist laut Gartenbau-Versicherung der Wertschöpfungsverlust nachfolgender Produktionsschritte oder Folgekulturen, sofern sich kein Pflanzenersatz beschaffen lässt. Auch wenn Ausfälle entstehen, weil die Produktionsflächen durch eine Quarantäneverfügung wirtschaftlich nicht genutzt werden dürfen oder können, springt die Versicherung ein – zwölf Monate ab dem Tag der Quarantäneverfügung.

Pflanzenbestände, die aufgrund einer behördlichen Anordnung nach dem Auftreten von Xylella, ALB oder CLB vernichtet werden müssen, sind dagegen nicht geschützt. In diesem Zusammenhang verweist die Gartenbau-Versicherung auf die ab Dezember 2019 geltende EU-Verordnung zum Schutz vor Pflanzenschädlingen – diese sieht, entsprechende nationale Systeme vorausgesetzt, staatliche Entschädigungen für angeordnete Tilgungsmaßnahmen vor.

Versicherung springt bei Unterbrechungsschäden ein

Gartencenter und Endverkaufsbetriebe sind durch die erweiterte Deckung vor sogenannten Unterbrechungsschäden geschützt, die entstehen, wenn Pflanzenbestände durch das Auftreten von Xylella, ALB oder CLB nicht oder nur verspätet verkauft werden können. Die Versicherung greift ebenso, wenn Teile des Verkaufsbereichs deswegen gesperrt sind.

Allerdings muss zuvor durch eine behördlich angeordnete Quarantäneverfügung eine Befalls- oder Pufferzone eingerichtet worden und ein Verbringungsverbot für bestimmte Pflanzen ausgesprochen sein, erklärt die Gartenbau-Versicherung. Dagegen erhalten auch Endverkaufsbetriebe oder Gartencenter keine Entschädigung für Pflanzenbestände, die durch behördliche Anordnung zu vernichten sind.

Was die Deckung noch beinhaltet

Darüber hinaus schließt die Deckung folgende Fälle ein:

  • Unterbrechung des Betriebs durch Einrichtung eines (Seuchen-)Sperrgebiets und damit verbundene Verkehrsbeschränkungen
  • Überständigwerden von Pflanzen
  • entgangene Wertschöpfung
  • Entsorgungs- und/oder Desinfektionskosten betroffener Pflanzen und Waren sowie etwaige Desinfektionskosten für Einrichtungen und Gebäude
  • Unterbrechungsschäden wegen ausbleibender oder verspätet angelieferter Ware durch Handelspartner innerhalb der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder der Schweiz, die aufgrund dort verhängter Verkehrsbeschränkung oder Quarantäneverfügung entstanden sind

So viel kostet die Xylella-Versicherung

Nach Informationen der Gartenbau-Versicherung soll sich der Jahresbeitrag für den erweiterten Versicherungsschutz gegen Xylella, ALB und CLB auf 70 bis 150 Euro pro 100.000 Euro Versicherungssumme zuzüglich der gesetzlichen Versicherungssteuer bewegen – Rabatte für Schadenfreiheit oder Mehrjährigkeit noch nicht eingeschlossen.

Weitere Informationen dazu gibt es bei der Gartenbau-Versicherung und ihren Außendienstmitarbeitern.

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