11. 09. 2017

„Die Vitalität des Gartenbaus erhalten“

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei seiner Ansprache auf dem Deutschen Gartenbautag 2017. Foto: ZVG/Thomas Rafalzyk

„Mein Ziel ist es, den Gartenbau in Deutschland zukunftsfest auszurichten“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf dem Deutschen Gartenbautag in Berlin – und unterstrich die Notwendigkeit, in Forschung und Lehre zu investieren. Thema war aber auch die grüne Arbeitswelt von morgen.

Über 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der grünen Branche waren der Einladung des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) zum Deutschen Gartenbautag 2017 in Berlin gefolgt. Auf dem Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) machte ZVG-Präsident Jürgen Mertz gleich zur Eröffnung der Festveranstaltung am 8. September die Bedeutung der grünen Branche für die Gesellschaft deutlich.

Zukunftsorientierte Wirtschaft des Gartenbaus erhalten

„Unsere Produkte und Dienstleistungen erzielen einen ganz wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen und individuellen Wohlbefinden der Menschen“, so Mertz. Gleichzeitig forderte er von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt „zukunftsweisende Perspektiven von der Politik“, um die „Vitalität und zukunftsorientierte Wirtschaft des Gartenbaus“ zu erhalten.

Unter anderem nannte Mertz in diesem Zusammenhang die Ausweitung von steuerlich begünstigten Versicherungen für Elementarschäden und die Etablierung von Entschädigungsinstrumenten bei auftretenden Quarantäneschädlingen. Ebenso erwähnte der ZVG-Präsident die Harmonisierung des EU-Pflanzenschutzrechts und die Fortführung des bundesweiten Energieeffizienz-Programms.

Forschung und Lehre im Gartenbau langfristig absichern

Mit Sorge betrachte der ZVG die Entwicklungen in der gartenbaulichen Forschung und Lehre, wie Mertz auf dem Deutschen Gartenbautag ausführte. „Lehrstühle an den Hochschulen werden gestrichen und Forschungseinrichtungen wie das IGZ in Erfurt stehen zur Disposition. Hier muss eine langfristige Absicherung gefunden werden“, so Mertz.

Hierzu versprach der Bundeslandwirtschaftsminister, sich für eine fortgesetzte Förderung der Zierpflanzen-Forschung durch den Bund einzusetzen – und nahm gleichzeitig die einzelnen Bundesländer und Universitäten in die Pflicht, wenn es um zukunftssichernde Investitionen in Forschung und Innovationen im Gartenbau geht.

Unternehmen und Mitarbeiter bestimmen Erfolg des Gartenbaus

„Der Erfolg des Gartenbaus hängt außerdem ab von mutigen Unternehmern und von hochqualifizierten Mitarbeitern“, so Schmidt. Damit brachte der Bundeslandwirtschaftsminister das Motto des Deutschen Gartenbautags 2017 ins Spiel, der sich unter dem Slogan „ZUKUNFT in ARBEIT“ schwerpunktmäßig mit der grünen Arbeitswelt von morgen befasste.

Dazu fanden am 8. September im Rahmen der öffentlichen Mitgliederversammlung des ZVG eine Reihe von Vorträgen sowie eine Podiumsdiskussion statt, in deren Zentrum die Frage „Wie arbeitet der deutsche Gartenbau in Zukunft?“ stand.

Veränderungsprozesse in deutschen Gartenbau-Betrieben

Namhafte Referenten wie Dr. Max Neufeind, Referent für Grundsatzfragen der Arbeitspolitik im Bundesarbeitsministerium, Dr. Stephan Meyerding von der Georg-August-Universität Göttingen oder Holger Strunk und Bernd Hoffstedde von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau Heidelberg beleuchteten in ihren Vorträgen unter anderem die Mitarbeiterzufriedenheit und Veränderungsprozesse in deutschen Gartenbau-Betrieben, den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel, Digitalisierung sowie die veränderte Arbeitseinstellung einer neuen Generation.

Daneben präsentierte Prof. Dr. Ulrich Enneking von der Hochschule Osnabrück die aktuelle „Berufsfeldanalyse Gartenbau“, für die im vergangenen Herbst 672 Absolventen deutscher Gartenbau-Universitäten und Fachhochschulen in einer Online-Befragung Angaben zur Qualität ihres Studiums, zum Berufseinstieg, zur aktuellen beruflichen Situation und zu Zukunftsperspektiven gemacht hatten.

Trotz Digitalisierung: Mensch weiter im Zentrum

„Als gärtnerischer Unternehmer beschäftigen mich Fachkräftemangel, Digitalisierung und die Arbeitswelt von morgen sehr. Die Vorträge unserer Referenten konnten uns hoffentlich allen die Sorge nehmen. Der Mensch wird auch in Zeiten der Digitalisierung weiter im Zentrum stehen“, so das Fazit von ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Diesen Beitrag
  • weiterleiten
  • drucken

Write new comment

Comments (0)

No comments found!

 Website: plehn media
© 2017 Haymarket Media GmbH - Alle Rechte vorbehalten -