27. 02. 2018

Balkon und Terrasse: Masse und Klasse

Die Begehrlichkeit nach Grün und Blüte auf Terrasse und Balkon ist so groß wie nie. Foto: Florensis

Beet- und Balkonpflanzen sind Massenware. Weit gefehlt aber zu glauben, dass man nicht auch als Florist damit Geld verdienen könnte. Auf den Dreh kommt es an – findet Gartenbau-Marketingexperte Engelbert Kötter.

Der klassische Balkon mit Pelargonien ist "tot"

Der klassische 15-Meter-Pelargonienbalkon ist tot. Die Älteren, die ihn jahrzehntelang alljährlich ebenso engagiert wie selbstverständlich gepflegt haben, wollen sich damit inzwischen „weniger Arbeit“ machen. Und die Jüngeren? Entweder finden sie klassische Balkonblumenbepflanzungen spießig, zu arbeitsaufwendig oder sie finden gleich gar nicht mehr den Weg in Gartencenter beziehungsweise Gärtnereien. Nicht zu vergessen: der bequeme Onlinehandel.

Beet- und Balkonpflanzen: Wovon Kunden träumen …

Es herrscht eine chimäre Situation im Markt. Denn all diesen Begründungen, Balkongrün zu verweigern, stehen andere entgegen, es entschieden doch zu tun. Die Begehrlichkeit nach Grün und Blüte ist so groß wie nie. Sehnsüchte nach Erdung, Landverbundenheit, „Homing“ und Selbermachen brennen in der Luft. Vokabeln wie „Urban Gardening“ muss man da nicht einmal bemühen.

Überhaupt, einen Balkon oder eine Terrasse (B/T) haben derzeit 57,62 Prozent der Deutschen. Die Anzahl von Menschen zum Beispiel mit einem begrünten Balkon hat von 22,46 Millionen Deutschen im Jahr 2014 um knapp 900 000 Personen auf 23,34 Millionen 2017 zugenommen. 59 Prozent der Balkonbesitzer pflegen Balkonkästen, 41 Prozent von ihnen Kübelpflanzen. Auch ist die Pelargonie nicht „tot“. Ihr Marktanteil lag zuletzt (2016) bei elf Prozent, der von Petunien bei fünf Prozent. Über Balkon- und Terrassentrends informieren sich 58 Prozent der B/T-Besitzer im Internet, 35 Prozent in Pflanzengeschäften und zu etwa gleichen Teilen von 29 beziehungsweise 28 Prozent in Zeitschriften und im Freundeskreis. 66 Prozent der Befragten würden ihren B/T gerne häufiger nutzen. Die meisten Menschen mögen auf Balkon und Terrasse entspannen (81 Prozent). 71 Prozent nehmen dort Mahlzeiten ein (Datenquellen: statista).

… und wie der Fachhandel die Träume bedienen kann

Die Zahlen zeigen: Bedarf ist da! Samt einer Fülle von Anknüpfungspunkten. Der Dreh ist, engstens an den Kunden entlang zu verkaufen. Vom Pflanzensortiment her gedacht, verkaufen sich Sorten mit Mehrwert zielführender als „Allerweltssorten“. Mehrwert steckt in jeder Sorteneigenschaft, die es dem Kunden leichter macht, seine Pflanzen einfacher und erfolgreicher zu pflegen. Beispiele: Interspezifische Pelargonien (wie ‘xtreme’, ‘sugar baby’) wachsen äußerst üppig, robust und hitzeverträglich. SuperCal-Calibrachoen sind mehltaufest, selbstreinigend und sogar nach Regen gleich wieder voll da. Begonia ‘Dragon Wings’ ist ein „unkaputtbarer“ Blütenbringer im Kübel.

Noch mehr zum Thema des Monats „Beet und Balkon“ lesen Sie in der März-Ausgabe der g&v, die am 1. März erscheint.

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