16. 05. 2017

Pellens: neues Kühlhaus für Hortensien

Rund 60 Prozent Energie-Einsparung soll das neue Kühlhaus von Pellens gegenüber einem Standard-Kühlhaus bringen. Foto: Pellens

Investition für die Zukunft: Knapp eine Million Euro hat sich der Hortensien-Spezialbetrieb Pellens sein neues, 1.100 Quadratmeter großes Kühlhaus und ein daran anschließendes, ebenso großes Arbeitsgewächshaus an seinem Heimatstandort in Geldern kosten lassen. Der Gartenbaubetrieb will so künftig massiv Energie sparen.

Tatsächlich spart das neue Kühlhaus im Vergleich zu einem Standard-Kühlhaus rund 60 Prozent Energie ein. Zum einen durch eine dickere Wand- und Dachisolierung. Zudem verfügt es über eine komplette Wärmerückgewinnung. Diese Wärme wird zum Abtauen der Verdampfer und zur Entfeuchtung des Kühlraumes genutzt.

Neues Kühlhaus arbeitet zusätzlich mit Freiluftkühlung

Die Verbundanlage besitzt neben einem klassischen Kompressor mit Drei-Stufen-Motor auch einen energiesparenden frequenzgeregelten Kompressor. Hinzu kommt eine Freiluftkühlung. Entspricht die Außentemperatur der Kühlhaustemperatur oder liegt diese niedriger, wird über Lüfter mit Außenluft gekühlt, was den Energieverbrauch ebenfalls erheblich senkt.

Schließlich gibt es zwischen Gewächs- und Kühlhaus des Hortensien-Betriebs noch eine Schleuse, die den Warmlufteintrag reduziert und Energieverluste minimiert. Somit ist auch der Feuchtigkeitseintrag geringer, und eine gleichmäßigere Lagertemperatur kommt der Pflanzenqualität zugute. Als weitere bauliche Maßnahme werden noch Solarzellen folgen, wenn nach einigen Betriebsmonaten die Bedarfsmenge erkennbar ist.

Hortensien-Spezialist optimiert mit Neubauten betriebliche Abläufe

„Wir investieren damit in die Verbesserung der Pflanzenqualität ebenso wie in die Optimierung der betrieblichen Abläufe“, erklärt Geschäftsführer Andreas Pellens. Bis zu 2.000 CC-Karren können – gestapelt – in dem neuen Kühlhaus Platz finden. „Wir hatten bereits drei eigene Kühlhäuser, von denen zwei jedoch logistisch ungünstig im ehemaligen Hofgebäude der Familie lagen und die von der Größe wie von der Kühltechnik her einfach überaltert waren“, so Pellens.

Ein Großteil der Kühlware wurde aus Kapazitätsgründen zudem bislang auswärts in Mietkühlhäusern untergebracht. Auch wurde die bestehende Packhalle mit rund 600 Quadratmetern zu klein, wenn dort im Frühjahr die Zeiten der Rohware- und der Blühware-Kommissionierung aufeinandertrafen.

Auf der Suche nach Optimierungsansätzen kam im vergangenen Jahr die Entscheidung, ein neues, großes Kühlhaus zu errichten sowie ein weiteres Arbeitsgewächshaus. Es entstand in den vergangenen vier Monaten am Westende des Gartenbau-Unternehmens direkt neben einer ebenfalls erst wenige Jahre alten zweiten Laderampe und ist jetzt bereits voll in Betrieb.

Pellens will ältere, unrentable Kühlhäuser künftig nicht mehr nutzen

„In diesen neuen Betriebsteil haben wir nun die komplette Rohware-Verarbeitung verlagert und dadurch zentriert. Zwei unserer älteren, unrentablen Kühlhäuser werden wir in Zukunft nicht mehr nutzen. Auch fallen zahlreiche Transportfahrten von den externen Kühlhäusern zum Betrieb und andersherum weg. Die Überwachung der Pflanzen in der Kühlung ist durch die kurzen Wege wesentlich vereinfacht. Und dank modernster Kühltechnik wird die Qualitätssteuerung während der Kühlphase wesentlich verbessert, einmal von der Energieeinsparung ganz abgesehen“, sagt Pellens.

Dieser Beitrag ist Teil des aktuellen TASPO extra Klima & Bewässerung, das in der TASPO 19/2017 erschienen ist.

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