23. 2. 2011

Präsidentenwechsel in Württemberg

Ehemaliger Kölle-Geschäftsführer jetzt an der Spitze des Verbandes. Von Edwin Hanselmann

Ehemaliger Kölle-Geschäftsführer jetzt an der Spitze des Verbandes. Von Edwin Hanselmann

Stuttgart/Niefern. Hartmut Weimann aus Flein (nahe Heilbronn) ist neuer Präsident des Württembergischen Gärtnereiverbandes. Die Wahl war am 15. Februar bei einer Hauptausschuss-Sitzung des Verbandes in Niefern.

Mit Weimann hat der Württembergische Gärtnereiverband jetzt einen Präsidenten ohne Gartenbaubetrieb. Weimann – 1952 in Hannover als Sohn eines Gärtnerehepaares geboren – war 34 Jahre lang beim Gartencenter-Unternehmen Kölle tätig, und zwar zunächst in München, dann in Heilbronn. Er fungierte dort als Prokurist und Geschäftsführer. Am 30. Juni 2010 war Weimann bei Kölle ausgeschieden. Seine Eltern hatten einen Jungpflanzenbetrieb in Lehrte. Dieser wurde 1973 aufgegeben.

Er fühle sich frei von betrieblichen Zeit- und Interessenkonflikten, könne daher neutral und objektiv sein Engagement in dem Verband einbringen, schreibt Weimann in einem vom Württembergischen Gärtnereiverband übermittelten Statement. Bisher hatte der neue Präsident keine Funktionen in diesem Verband.

Heinz Tiedemann, friedhofsgärtnerischer Unternehmer mit Betrieb in Stuttgart, fungierte seit dem Jahr 2002 als Präsident des Württembergischen Gärtnereiverbandes (Schatzmeister, Vizepräsident, dann Präsident).

 


Umfeld schwieriger

In seiner letzten Rede als württembergischer Gärtnerpräsident appellierte Tiedemann an die gartenbaulichen Unternehmer, solidarisch zusammenzustehen. Aufgrund des schwieriger gewordenen Umfelds gebe es eine Zunahme von Betriebsaufgaben bis hin zu Insolvenzen. Die Ansprüche der Mitgliedsbetriebe an die berufsständischen Vertretungen in Bund und Land würden steigen. Der Zentralverband Gartenbau müsse seine innerbetrieblichen Strukturen so gestalten, dass nicht in jedem Jahr Beitragserhöhungen nötig sind.

Wie Tiedemann betonte, war es ihm in den verschiedenen Funktionen des Verbandsvorstandes stets sehr wichtig, solche Strukturen zu erhalten oder zu entwickeln, mit denen die Mitgliedsbetriebe zusammengehalten und zur aktiven Mitarbeit angeregt werden. Die Mitglieder machen die Leistungsfähigkeit des Verbandes stärker als früher vor allem an dessen unmittelbaren Leistungen vor Ort fest. Mit künftig noch effizienteren Verbandsstrukturen müsse einer schleichenden Entfremdung zwischen Mitgliedern und Verband entgegengewirkt werden.

Dass die Verhandlungen über eine Fusion des Württembergischen Gärtnereiverbandes und des Verbandes Badischer Gartenbaubetriebe vorerst nicht zustande kam, sei „unglücklich und schmerzhaft, aber nicht endgültig“. Mittelfristig würden die beiden Gartenbauverbände in Württemberg und Baden sicherlich zueinander finden.

 


Kontaktaufnahme mit Baden

„Der Verband Badischer Gartenbaubetriebe freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten“, sagte Verbandsgeschäftsführer Jochen Reiss auf TASPO-Anfrage. Dass es bereits kurz nach der Wahl zu einer ersten Kontaktaufnahme mit dem badischen Verbandspräsidenten Bernd Hopp kam, wird als positives Zeichen für die zukünftige Zusammenarbeit gewertet. Hopp hofft, mit dem neuen württembergischen Gärtnerpräsidenten eine ähnlich gute Zusammenarbeit eingehen zu können, wie sie mit dessen Vorgänger Heinz Tiedemann gepflegt wurde. Auch wenn die Fusionsverhandlungen momentan ausgesetzt sind, setze der badische Verband weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit Württemberg.

 

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